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Mit dem Hausboot in Berlin, um Berlin, und um Berlin herum

 

Boot: Consul von CBL

Eva´s Logbuch:

Dienstag 25.5.2004
Abfahrt 8.23 Uhr, bewölkt, 14°C, Frühstück wie immer in Großram, Mittagessen wie immer Wurstkuchl in Regensburg. Bratwürstl und Sauerkraut.
Ankunft in Wöllbattendorf Hotel grüne Linde (Abfahrt von der Autobahn in Hof West) 16.00 Uhr. Die Fahrt war ziemlich anstrengende, viel LKW-Verkehr und viele Baustellen. Kurzer Bummel durch Hof.

Mittwoch 26.5.2004
Diesmal ziemlich lautes Zimmer: Bis spät abends und zeitig in der Früh fuhren Traktoren fast durch unser Zimmer. Gutes Frühstücksbuffet.
Abfahrt 8.30 Uhr, 12°C, Fahrt angenehm trotz Regenschauer. Leipzig. Kleiner Stadtbummel, diverse Einkäufe. Vermouth für Manöverschluck. Weiterfahrt. Kurze Pause in einem Mövenpick. Weiterfahrt zur geplanten Übernachtung ca. 100km vor Potsdam. Da wir aber so flott weiterkamen, entschlossen wir uns aber spontan bis zu Basis nach Potsdam zu fahren und landeten nun viel zu früh an der Basis. Wollten nach einem kurzen Guten-Tag-Sagen ein Hotel in Potsdam suchen. Die Basis-Managerin rief sofort die CBL-Basis an, aber unser Boot könnte erst am Freitag bezogen werden. Auf unsere Frage nach einem Hotel in der Nähe bot sie uns ein nettes, kleines Appartement in einem Container direkt an der Basis, oder ein anderes Hausboot für heute Nachmittag bis Freitag früh an. Ja und das hat Norbert (fast) über meinen Kopf hinweg gebucht. Die Reunion, ein tolles Privat-Boot mit Mikrowellenherd, Staubsauger, Fernseher, Sonnendach, Bugschraube und, und. Der Preis auch toll (€ 400.-). Aber wenn einen der Hausbootvirus packt, macht man vieles. Wir fahren auch gleich los. Tiefer See, Griebnitz-See bis zum Teltowkanal und retour. Wir werden morgen etwas herumtuckern, aber für die 2 Tage sicher nicht am Hausboot kochen und heute abends und morgen irgendwo auswärts essen. Am Freitag bekommen wir dann „unser“ Schiff. Da werden wir dann Nahrung bunkern und losdüsen. Hoffentlich wird es bald wärmer und vielleicht kommt doch hie und da die Sonne. Wir fahren abends mit dem Auto Richtung Süden und finden nach wenigen Kilometern in Geltow ein nettes Pup („Börsianer“). Köstliches Nachtmahl.

Donnerstag 27.5.2004
Nacht angenehm. Morgens 11°C. Fest eingeheizt. Frühstück in einem urigen ???? (weiß nicht wie ich das nenne soll) in Geltow rechts ca. 400m vor dem Börsianer. Einkauf in einer Apotheke. Abfahrt mit der Reunion um 10.45 Uhr bei 14°C. Wind, bewölkt, steuern von unten. Templiner-See, Schwielow-See und dann bis zur Inselstadt Werder. Legen beim Fischrestaurant Arielle an und machen kleinen Rundgang, bis uns der Regen wieder aufs Hausboot treibt. Das Fischrestaurant hat übrigens nicht geöffnet. Heimfahrt zum Jachthafen Potsdam. Dort scheint die Sonne und wir erfahren vom mittlerweilen eingetroffenen CBL-Manager, dem Herrn Dhier, dass wir bereits heute aufs Boot, auch darauf übernachten und morgen vormittags bereits abfahren können. Wir übersiedeln daher bereits am Nachmittag (endlich kann ich in Ruhe das Boot einräumen) und geben die Reunion zurück. Und bekommen auch, das ist fast nicht zu glauben, unaufgefordert einen Teil der Miete retour. Die Consul ist modernes, sehr praktisch konzipiertes Boot und gefällt uns sehr gut. Nach einem Grosseinkauf im Supermarkt landen wir wieder beim „Börsianer“. Heim aufs Boot und nach duschen rasch eingeschlafen.

Freitag 28.5.2004, 7.00 Uhr
Tagwache wegen Bootsübernahme und Einweisung. Auf eine fahrtechnische Einweisung hat Herr Dhier verzichtet. Er hat uns mit der Reunion anlegen gesehen. Für mich hat er sogar extra einen Fön organisiert. Er war übrigens wirklich sehr entgegenkommend und freundlich und hat sich wirklich bemüht uns bei der Übernahme alles rasch und kompetent nahe zu bringen. Daher auch schon um 9.45 Uhr Abfahrt bei strahlendem Sonnenschein !!!!!!!!!!! Tiefer See, Jungfernsee, Wannsee, die Havel entlang bis zur Schleuse Spandau (an 1220). Wartezeit 2 ½ Stunden. Die Berufsschifffahrt hat Vorrang. Wir glauben immer wieder, dass wir nun mit anderen Booten einfahren dürfen, aber es kommen immer wieder dicke Brocken daher, die eingelassen werden und wir können weiter warten. Der Schleusenwärter ist auch sehr pimpelig. Wenn noch Sportboote eingelassen werden, lässt er nur so viele einfahren, wie bei ziemlich großen Sicherheitsabstand direkt an den Schleusenwänden Platz haben. Der müsste einmal schauen wie viele Boote in Holland, Frankreich oder England in so eine Schleuse hineingeschlichtet werden. Havel-Oder-Wasserstrasse bis Niederneuendorfersee. Wir finden einen privaten Anleger in Heiligensee, der uns für € 10.- ohne Rechnung übernachten lässt. Da wir aber nächste Woche von hier weg mit Freunden nach Potsdam schippern wollen und diese Stelle mit der S-Bahn gut erreichbar ist, nehmen wir das in Kauf. Sehr gutes Abendessen bei einem Italiener bei der S-Bahn-Station Heiligensee.

Samstag 29.5.2004
Nach sternklarer Nacht um 8.00 Uhr Sonnenschein bei 18°C. Abfahrt 9.00 Uhr. Havel-Oder-Wasserstrasse. Riesige Schrottlagerplätze am rechten (Backbord) Ufer. Trostlose Industrielandschaft. Da der Berufsverkehr absoluten Vorrang hat, bleiben wir vor einem dicken Brummer, den wir aber bei der Schleuse Lehnitz vorlassen. Einige Boote fahren dann noch hinter uns in die Schleuse. Fahrt bis Havel-Oder-Dreieck mit viel Berufsverkehr. Dann geht es Richtung Norden in die obere Havel-Wasserstrasse bis zur Schleuse Liebenwalde. Wir fahren bis zum Haltezeichen vor und werden auch sofort eingelassen. Als wir in die offene Schleuse einfahren, stürmen uns drei Boote, die vorher festgemacht hatten und sich offenbar nicht auskannten, wild nach. Da einige mit dem Anlegen nicht zu Recht kommen, hilft ihnen Norbert. Wir fahren als erste aus der Schleuse. Die anderen hinter uns. Hektisch mit Volldampf und weit über die zugelassene Höchstgeschwindigkeit. Wir lassen sie überholen. Und nun wird es lustig. Sie überholen sich gegenseitig. Bei der Schleuse Bischofswerder können wir nun als Letzte ruhig einfahren, weil die vor uns sowieso mit ihrem Manöver so lange gebraucht haben. Wieder wilde Jagd. Schleuse Zehdenick das gleiche. Wir legen um 1615 im Stadthafen Zehdenick an. Wir bummeln durch die Stadt. Sie ist wie ausgestorben. Kein Geschäft offen, Gasthäuser gesperrt. Im Hafen ein Buffet mit einigen kleinen Speisen, aber die sind nichts für uns. Man merkt, dass hier einmal der Osten war. Die Leute sind arm und mit wenig zufrieden. Kleingartensiedlungen: 100 m2 Grund und darauf ein 20 m2 großes Häuschen. Entweder liebevoll mit altem Material (Wellblech) zusammengebastelt oder total vernachlässigt. Liegeplatz im Hafen + 2mal Duschmarken € 9,80.

Sonntag 30.5.2004
Gut geschlafen. Norbert schlief von 20.15 Uhr bis 6.00 Uhr durch. Natürlich war er bei diesem Sonnenschein (18°C) um 7.00 Uhr schon putzmunter und ich wurde liebevoll geweckt. Norbert ist ein hervorragender Frühstückskoch. Er weiß jetzt sogar schon was wo aufgehoben ist. Abfahrt 0815. Marina Havelblick (bei km 22) mit Gasthaus sieht sehr gepflegt und sauber aus. Ab Burgwall wird die Havel sehr schmal und schlängelt sich mit 1000 engen Windungen durch total naturbelassene Wälder (Urwälder). Kein Mensch weit und breit. Die Schleusen Schorfheide, Zaaren und Regow sind kleine Selbstbedienungsschleusen. Die Anweisungen erfolgen mit Leuchtschrift und sind leicht verständlich. Dazwischen wirklich alles naturbelassen. Am linken Ufer (Steuerbordseite) war vor der Wende ein Truppenübungsplatz. Warntafeln weisen auf möglicherweise noch immer vorhandene Blindgänger hin. Die Wasserkarten während unserer gesamten Tour sind teilweise echt überholt und zum Teil auch unrichtig. So sind wir auf diesem Abschnitt, obwohl wir laut Wasserkarte mindestens 40 cm Wasser unter dem Kiel haben sollten, 3m vom Ufer weg auf Grund gelaufen. Da aber das Flussbett aus Erde und Schlick besteht, war es leicht mit Retourgang vorsichtig wieder flott zu werden. Der Stolpsee zeigte sich uns bei strahlender Sonne aber heftigem Wind. Trotz Pfingstsonntag nur wenige Boote. Über Schwendtsee und Baalensee erreichen wir die im Internet angepriesene Wasserstadt Fürstenberg. Überall anders wären an einem Pfingstwochenende für den Fremdenverkehr doch einige Gaststätten oder auch Geschäfte für Getränke und Lebensmittel geöffnet. Hier nicht! Alles ist zu! Die Planwirtschaft schlägt noch immer zu. Gerade einige Hotels in Fürstenberg halten offen. Auch hier gibt es wieder Kleinstgrundstücke mit vielen Gartenzwergen und Zierrat geschmückt. Wir gehen in einer Bucht am Röblinsee vor Anker. Um 1900 Uhr hat es noch 23,4 °C. Am Abend gibt es ein Fertigmenü: Putengeschnetzeltes mit Nudeln und gemischtes Gemüse. Sehr gut! Aber eine Portion für beide war doch etwas wenig. Nach einer Canastaschlacht gibts daher noch Wurstbrote.

Montag 31.5.2004
Die erste „Anker-Nacht“ in unserem Bootsleben. Norbert hatte es gut der schlief im Heck, aber bei mir in der Bugkoje war der Klabautermann unterwegs. Strömung gibt es keine, aber der Wind hat sich wiederholt gedreht und dadurch machte sich die Ankerkette immer wieder bemerkbar. Und im Bug konnte man dies besonders gut hören. Abfahrt 9.00 Uhr bei 20°C und strahlender Sonne. Mit dem Anker zogen wir 100kg Algen, Schlick und Gatsch herauf. Wir mussten an einem Steg anlegen und haben uns eine gute halbe Stunde bemüht den Anker wieder sauber zu kriegen. Freiwillige Ankermanöver sind daher nicht mehr vorgesehen. Da wir am Donnerstag Freunde in Heiligensee treffen wollen, tuckern wir also gemütlich wieder die Havel zurück. Am Nachmittag machen wir bei der Marina und dem Restaurant Havelblick bei km 22 einen Zwischenstopp. Der sehr freundliche Hafenmeister will uns sofort einen Platz anbieten. Wir wollen aber nur ins Restaurant und legen daher an dem dazugehörigen Steg an. Die Anlage ist wirklich sehr freundlich und empfehlenswert. Die Speisenkarte ist sehr umfangreich und eine nette Bedienung. Haben köstlich zu sehr zahmen Preisen gegessen. Wir fahren weiter bis Zehdenick und legen diesmal in der Marina an. Hier werden wir übernachten. Der Hafenmeister ist sehr hilfsbereit und nett. Daher in Zehdenick nicht im Stadthafen sondern in der Marina übernachten!!!

Dienstag 1.6.2004
Ruhige Nacht. 7. 30 Uhr herrliche Sonne. Um 8.00 Uhr kommt der Bäcker in die Marina mit frischen Semmeln, Brot und Süßigkeiten. Einkauf im Supermarkt. Heute hat er offen. Wir schleppen uns mit Getränken ab. Der Hafenmeister sieht uns und ist ganz verstört, dass wir uns nicht sein Wagerl genommen haben. Abfahrt 10.30 Uhr. Der Vosskanal zieht sich dahin. Besonders schön ist er auch nicht. Wir fahren von Schleuse zu Schleuse mit einem sehr netten Ehepaar auf einem Schlickrutscher. Weiter die Havel bis zur Schleuse Lehnitz. Dort wieder einmal ein Stunde Wartezeit, weil die Berufsschifffahrt absoluten Vorrang hat. Es dürfen immer nur ein paar Kleinfahrzeuge mitschleusen. Dann flitzt noch ein großes Privatboot mit präpotenten Jugendlichen (der Papa wird´s schon richten) und mit höhnischen Bemerkungen zu einem anderen Wartenden vor den anderen Booten in die Schleusenkammer. Ce la vie. Aber wir sind ja nicht auf der Flucht und Benehmen ist ja heute nicht mehr gefragt. Um 16.30 Uhr treffen wir am Lehnitzsee in Oranienburg ein und erwischen mit unserem für dortige Begriffe großen Boot den letzten Liegeplatz beim Bootshaus und Eiscafe Dietrich. Einkaufsbummel in Oranienburg. Wir wollen auch Ansichtskarten. Gibt es nicht. Fremdenverkehr offensichtlich gleich null. Nur beim Eiscafe gibt's dann welche. Aber die sind vom Eiscafe! Essen im Eiscafe. Sehr magere Speisekarte: Bockwurst mit Brot. Bouletten mit Kartoffelsalat. Ringsherum dunkle Wolken. Es kühlt ab. 19.30 Uhr, der Regen ist da wir gehen ins Bett.

Mittwoch 2.6.2004
Regnerische, kühle Nacht. Um 9.00 Uhr nur 11°C. Nieseln. Die Wettervorhersage ist bescheiden. Morgen kommen unsere Freunde um von Heiligensee bis Potsdam mit uns zu schippern. Abfahrt um 0915 mit langen Hosen und wärmerer Kleidung. An einer privaten Marina können wir Fäkalien entsorgen lassen. Eintreffen in Heiligensee um 12.00 Uhr bei 21°C. Wir machen gründlich Reinschiff innen und außen. Duschen Mittagschläfchen. Die Sonne ist wieder da. Schöner Abend.

Donnerstag 3.6.2004
Sonne! Warm! Um 8.46 Uhr holt Norbert unsere Freunde vom S-Bahnhof Heiligensee ab. Bootsführung. Begrüßungssekt und dann geht's los. Herrliches Wetter. Fast schon zu heiß. Bei der Spandauer Schleuse 1 Stunde Wartezeit. Beim Anleger Schifferbauerdamm Spandau finden wir ein freies Plätzchen. Bei herrlichem Wetter geht es weiter. Die Havel hinunter, am Wannsee und der Pfaueninsel vorbei. Durch den Jungfernsee. Zwischen Jungfernsee und dem Tiefen See wollen wir bei der berühmten Brücke, über die West- und Ostspione ausgetauscht wurden, anlegen. Das geben wir aber schnell auf. Die vielen Fahrgastschiffe machen solche Wellen, dass unsere geplante Cafepause nicht möglich ist. Daher weiter. Kurz danach finden wir eine Marina an der Steuerbordseite bei der wir anlegen. Die Hafenmeisterin stürzt herbei und will sofort von uns die Liegegebühr für die ganze nächste Nacht, obwohl wir nur eine Cafepause machen wollen. Wir belegen ja einen Platz und es könnten andere kommen, die über Nacht bleiben wollen. Erst nach Zusicherung, dass wir in einer Stunde wieder weg sind, dürfen wir unseren Cafe verzehren. Na ja, manche wollen halt abzocken. Weiter gehts bis zum Jachthafen in Potsdam. Wir legen an und verbringen bei strahlender Sonne einen netten Spätnachmittag bei Sommerspritzer an Bord. Dann bringt uns Norbert mit zwei Fahrten zum Börsianer. Wieder gut gegessen. Und nachher mich zur Basis und die anderen zur S-Bahn. Um 2130 ist bei uns wieder Nachtruhe.

Freitag 4.6.2004
Sonne. Soll aber laut Wetterbericht nicht so bleiben. Wir fahren mit dem Boot Diesel nachtanken. (Die Pumpe hört nicht auf. 139,4 Liter macht € 138.- , und das ist angeblich ein niederer Spritpreis. Die Grünen wollen offensichtlich zu Lande nur mehr Fußgeher oder Radfahrer und zu Wasser Schwimmer). Abfahrt von der Tankstelle nächst der Basis um 10.30 Uhr. Vor der Schleuse Spandau nach Osten die Spree hinauf. Hinauf ist gut. Man merkt nur an den Bojen oder den Schleusen wo es rauf oder runter geht. Alle Gewässer sind eigentlich stehend und eine Strömung nicht zu erkennen. Um 14.45 Uhr legen wir beim Anleger Friedrichstrasse an. Gerade noch ein Platz frei. Für Bootstouristen hat die Berliner Stadtverwaltung offensichtlich nichts über. Es gibt nur ganz wenige öffentliche Anleger und die nur für 3 oder 4 Boote. Am Kai gibt es zwar schöne Restaurants, Cafehäuser und Konditoreien mit Tischen und Stühlen im Freien. Dort darf und kann aber niemand anlegen. Auch bei den pompösen Neubauten und Uferanlagen im Regierungsviertel ist das unmöglich.
Aber dazu noch später mehr. Kleiner Spaziergang mit Einkäufen. Wir wollen ein paar Freunden schreiben, aber es gibt nirgends Ansichtskarten von Berlin, von der Spree schon gar nicht. Es kühlt etwas ab. Bewölkt, später Regen.

Mi Hausbooten in Berln

Samstag 5.6.2004
In der Nacht hat es geregnet. Um 8.00 Uhr hat es 17°C und es ist trüb. Um 0900 Abfahrt Richtung Müggel-See. Um 10.00 Uhr hat es nur mehr 15°C. Wir übersiedeln von der Flybridge nach unten. Gerade rechtzeitig, denn es beginnt zu regnen. Gott sei Dank, dass wir mit unseren Freunden so herrliches Wetter hatten. Nach einer halben Stunde ist wieder alles vorbei, wir gehen hinauf und überqueren den Müggelsee. Am kleinen Müggelsee legen wir um 12.00 Uhr beim Cafe-Restaurant L+B an. Wir dürfen hier über Nacht liegen bleiben, und das kostet nicht einmal was. Wir essen hier sehr gut und preiswert zu Mittag. ½ Ente mit Kartoffeln und Salat und ich, na was? Matjesfilet nach Hausfrauenart. Mittagschläfchen und am Nachmittag Spaziergang in den Auen und Räuberrummy. Abends kaltes Essen.

Sonntag 6.6.2004
Sonne, warm. Abfahrt Müggelspree (Klein Venedig). Wieder kleinste Parzellen mit 100 m² und darauf ein Häuschen mit 15 m². Manche total verwahrlost, manche liebevoll gepflegt. Norbert war vor der Wende durch eine Einladung der NVA (die wollten im drauffolgenden Jahr in den goldenen Westen eingeladen werden) bereits mit einem Marineboot hier unterwegs und hat das noch in guter Erinnerung. Es hat sich nicht viel geändert. Weiter über den Gosener Kanal, Seddinsee. Spree-Oder Kanal, Krossinsee, Großer Zug, ein Stück nach Niederlehme und zurück, Zeuthenersee bis Karolinenhof an der Dahme. Dort war Norbert in einem Gästehaus der NVA untergebracht. Dies wollten wir finden. Bei einem Steg eines privaten Wassersportvereins legten wir an. Wir mussten jemand älteren fragen. Endlich fanden wir einen Herrn, der, wie sich im Gespräch herausstellte, früher bei der Wasserschutzpolizei war und derartige Delegationen mit seinem Boot begleitet hatte. Er erklärte uns genau wo dieses Gästehaus, das jetzt total verfallen ist, sein sollte. Wir haben es aber trotzdem nicht gefunden. Bei einem Western Restaurant machten wir eine Mittagspause. Weiter bis zur Marina Brise an der Steuerbordseite. Zwar nur für Segelboote ausgelegt aber an der Topseite können wir festmachen. Es ist ziemlich windig, aber ich kann doch bis 17.30 Uhr in der Sonne an Deck einen Roman lesen.

Montag 7.6.2004
Sonne, aber auch einige Wolken. Abfahrt 9.00 Uhr. Wir tuckern dahin. Treptower Spree, Insel der Jugend. Dort war heute Nacht ein Fest und entlang des Ufers liegen noch etliche Alkohol- bzw. Haschleichen. Ein Wasserflugzeug liegt an einem Steg. Wir wollen näher heran. Wassertiefe laut Wasserkarte 2,00 m. Trotzdem leichter Bodenkontakt. Die Wasserkarten sind überhaupt äußerst ungenau und veraltet. Berliner Spree. Zwischen Hausruinen und wilden Gebüschen entdecken wir etliche Male einen 200-300m² großen Fleck, auf dem 10 cm Sand aufgestreut wurde und nun Strandkörbe und Liegestühle stehen, die man mieten kann. Jedoch kein Zugang zum Wasser. Trotzdem stark frequentiert. Caorle am Kanal. Wir wollen nochmals quer durch Berlin. Die Bibliothek und der Berliner Dom sehen vom Wasser her sehr renovierungsbedürftig aus.
Das neue Regierungsviertel, es wird immer noch gebaut, ist gewöhnungsbedürftig. Hier haben sich Architekten austoben dürfen. Gigantomanie, Glasmonster, Betonkolosse zeigen fast überzogene Geltungssucht. Wo waren hier die Grünen?
Ausflugsschiffe sind sich gegenseitig im Weg. Bis zum Landwehrkanal gibt es drei öffentliche Anleger für 3 bis 4 Boote und die sind alle besetzt. Dabei wäre genügend Platz für Anleger, um die Möglichkeit zum Einkaufen oder dem Besuch von Gaststätten oder Konditoreien zu schaffen. Der Wassersport ist hier noch nicht entdeckt. 1300 Uhr: Am Anleger Charlottenburger Ufer finden wir einen freien Platz und gehen spazieren. Auch hier sind die Ansichtskarten gerade ausgegangen. Schräg vis a vis vom Anleger finden wir am Kai eine kleine Imbissbude: Es gibt kleine Köstlichkeiten. E: Vorspeisenteller (diverse Aufstriche, Pfefferoni, Salat und gerollte Weinblätter). N: Bratwurst. Alles sehr gut, sehr freundlicher Budenbesitzer. Und wer ist der Besitzer??? Ein Türke!!!

Dienstag 8.6.2004
Haben heute Nacht schlecht geschlafen. Beleuchtete Fahrgastschiffe und Wasserschutzpolizei haben für heftige Bootsbewegungen gesorgt. Schönes Wetter. Abfahrt 0830. Wir wollen nochmals durch Berlin und zwar durch den Landwehrkanal. Laut Wasserkarten ist die niedrigste Brücke bei MW 3,30m. Unser Boot hat nach den Papieren 3,37m. Wir legen einmal das Toplicht um und sollte es knapp werden, schieben wir, so wie in Südholland, unser Boot langsam händisch durch. Aber es klappt. Bei der Charlottenbrücke kommen wir einwandfrei durch und dann wird alles höher. Oberschleuse und dann wieder die Spree hinunter. Die wunderschöne Oberbaumbrücke ist sehenswert. Bei der Friedrichstrasse ist noch ein Plätzchen zwischen zwei Booten frei. Wird es gelingen? Vor dem Bug und hinter dem Heck waren dann nur 50 cm Platz. Ohne Bugschraube!!! Aber gekonnt ist gekonnt. Nochmals kleiner Spaziergang. Dann geht's wieder weiter. Berliner Dom, dahinter Stahl- und Glasmonster, kahle Betonflächen. Ich weiß nicht??? Es ist vom Wasser aus doch sehr, sehr pompös und unpersönlich. Steuerbordseitig ein Bahnhof, wie aus einem utopischen Film und weitere Baustellen und Baustellen. Und natürlich keine Anlegemöglichkeit. Spandau. Wir suchen einen Anleger. Erst an der scharfen Lanke gibst die Marina Lanke Berlin. Wir legen um 16.00 Uhr an. Liegepreis für eine Nacht (ermäßigt, weil wir weder Strom, noch Wasser, noch WC oder Dusche benötigen) € 15.-. Ein stolzer Preis Man hat uns schon vorher empfohlen dort auf keinen Fall Wasser zu bunkern oder Fäkalien zu beseitigen, weil bei mehreren Vorgängern mehr Wasser verrechnet wurde als in den Tank hineingeht. Bei der Entsorgung hat's auch nicht ganz gestimmt. Na ja. Wir bleiben trotzdem und verbringen eine ruhige Nacht.

Mittwoch 9.6.2004
Abfahrt 8.45 Uhr. Sonne, aber kräftiger Wind und kühl. Die Havel abwärts. Wir fahren durch die schmale Durchfahrt bei der Pfaueninsel. Jungfernsee, Weißer See, Sacrow-Paretzer-Kanal. Es beginnt zu regnen. Rein ins Boot, Heizung aufdrehen. Starker Regen und Gewitter. Verdammt wenig Sicht. Keine Anlegemöglichkeit. Wir fahren mit halber Kraft und setzen alle Lichter. Norbert schaut nach vorne und ich bin achtern am Ausguck, da nämlich dicke Lastkähne uns trotzdem mit voller Fahrt überholen. Temperatur fällt auf 13°C. Schlänitzsee. Weiter bis Paretz, dann die Potsdamer Havel hinauf. Der Regen hört auf. Bei km 5,5 legen wir um 12.00 Uhr am rechten Ufer (Backbordseite) bei den "Gästehäusern Insel Toplitz" am kleinen Zernsee an. Weit und breit keine Gasthäuser. Lesen muss man können. Es sind nämlich Gästehäuser. Eine Feriensiedlung, in der man die Gästehäuser mieten kann. Daher wird wieder einmal an Bord gekocht. Schlafen und Lesen. Immer wieder Regen, aber das stört uns überhaupt nicht.

Mit Hausbooten um Berlin

Mit Hausbooten durch Berlin

Donnerstag 10.6.2004
Sehr ruhige Nacht. Tagwache erst um 8.00 Uhr. 19°C aber nebelig und sehr feucht. Abfahrt 10.30 Uhr. Langsam kommt die Sonne. Großer Zernsee, Vorbei an Werder, Schwielowsee, Templinersee. Um 1145 sind wir wieder an der Basis. Es ist warm aber bewölkt. Wir packen schön langsam ein, beladen unser Auto, faulenzen und lesen. Am Abend gibts nochmals zum „Börsianer“.
Freitag 11.6.2004 8.00 Uhr unkomplizierte Bootsrückgabe. Abfahrt 8.15 Uhr bei 19°C. Wir wollen unsere Wahlkarten wegschicken, aber nicht einmal am Hauptbahnhof gibt's es ein Postamt. Nach langem suchen finden wir eines, aber offen erst um 0930. Frühstück daher erst in einem Autobahnrasthaus. Ankunft in Wöllbattendorf 13.45 Uhr. Bummel in Hof.

Samstag 12.6.2004
18°C, bewölkt. Übernachtung war wieder im Hotel „Grüne Linde“. € 55.- (zuerst wollten sie € 64.-, aber, als wir ihnen gesagt haben, dass wir bei der Hinfahrt nur € 55.- bezahlt haben, war es plötzlich ein Irrtum). Müssen nochmals in Deutschland tanken. (In Potsdam hätte der Liter Diesel € 0.999 gekostet). Hier auch über € 0,90. Weiterfahrt über Weiden nach Passau. Dort herrscht ein Rummel. Viele Autobusse, Fahrgastschiffe. Kein Quartier zu bekommen. Wir fahren Donau abwärts bis nach Freinsberg-Hinding ins Landgut Faberhof. Das Hotel wurde erst vor 3 Wochen neu übernommen und restauriert. Es liegt außerhalb der Ortschaft und nur 4 km von Passau entfernt und ist sehr zu empfehlen. Eintreffen 13.00 Uhr. Nettes, sehr ruhiges Zimmer mit Frühstück € 30.-/Person. Fahren nochmals nach Passau. Norbert wollte Parkgebühr bezahlen, aber der Automat nimmt unsere € nicht an. Endlich bemerken wir, dass eine Schrift erscheint. "Sa/So keine Parkgebühr erforderlich". Auch so etwas gibt es. Vor dem Nachtmahl sitzen wir in der Sonne am Balkon.

Sonntag 13.6.2004
Angenehme Nacht. Abfahrt 9.00 Uhr bei 13°C. Ankunft bei Freunden in Neuhofen 11.00 Uhr. Es gibt viel zu plaudern (Computer, Orgel, usw.) und gut zu essen: Abfahrt 14.30 Uhr bei Regen. Ankunft Wien 16.10 Uhr.

Resümee:


Das Hausboot wirklich sehr bequem, auch ohne Bugschraube sehr leicht zu manövrieren. Basis und das Team von CBL sehr, sehr freundlich und hilfsbereit. Die Havel aufwärts erst ab Havel-Oder-Dreieck von Industrie und Frachtverkehr weniger belastet, aber auch dort wenige Anlege- und Einkaufsmöglichkeiten. Berlin und östlich davon muss man sich ansehen, dann merkt man, dass wir doch etwas anders denken und andere Erwartungen haben. Das Kartenmaterial dieser Gegend ist stark überholt und teilweise unrichtig. Wir kommen immer wieder zu dem Schluss, dass uns persönlich eher Holland, England, Frankreich oder der westdeutsche Raum zusagt. Aber alles in allem war es wieder ein gelungener Urlaub und dank der Hilfe von "Hausboot Böckl" wunderbar vorzubereiten und zu erleben.

 

 

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