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Mit dem Hausboot von Saarbrücken
bis Hesse: Ein erholsamer Urlaub
mit Sucht-Gefahr . . .
 

Nach Jahre langer Überzeugungsarbeit ist es mir dieses Jahr mit Hilfe meiner Tochter gelungen, meine Frau zu einem Hausbooturlaub zu überreden. Dies ist natürlich nur gelungen, weil ich mich bereit erklärte, mich an der täglichen Hausarbeit zu beteiligen.

So startet nun  unser Hausbootabenteuer am Mittwoch,
dem 28. August 2013, in Saarbrücken.

Da das Boot schon Übernahme bereit im Hafen stand, konnten wir mit dem Einräumen beginnen. Die Vorfreude auf die Abfahrt steigerte sich von Minute zu Minute. Um 13 Uhr begann die Einschulung für das Hausboot, durchgeführt durch einen netten pensionierten Polizeibeamten. Begleitet wurden wir auch durch eine junge Französin, die nächstes Jahr die Einschulung selbst durchführen wird. Als wir im Boot alles nach Liste durchgegangen sind ging es an die Probefahrt.

Anschließend fuhren wir noch mit dem PKW zum Aldi, um Vorräte für die kommende Woche einzukaufen.

Um 16 Uhr ging es dann schließlich los, vom Hafen in Saarbrücken fuhren wir zuerst rechts stromabwärts durch Saarbrücken bis zur Schleuse und dann wieder retour, am Hafen vorbei, in Richtung erstes Schleusenmanöver bei der Schleuse Güdingen.

Das erste Mal mit einem Hausboot in eine Schleuse einzufahren war für uns drei eine sehr aufregende Sache. Anstrengend auch, weil wir beim Boot nichts beschädigen wollten, und auch alles Fotografisch und per Video festhalten mussten. Vom netten Schleusenwärter, der sofort bemerkte, dass wir Hausbootneulinge sind, bekamen wir eine Fernbedienung für die nächsten 30 Schleusen am Saarkanal in Frankreich. Von nun an ging es bei jeder Schleuse mehr als 2 Meter aufwärts.

An diesem Tag konnten wir noch bis zur Schleuse Nr. 30 fahren. Um 19 Uhr ist Betriebsende bei den automatischen Schleusen. Wir machten unser Boot am Ufer mit den Pflöcken und Seilen fest. Meine Frau hat sich von der Einschulung perfekt gemerkt, wie das Boot festgemacht wird, sodass es auch noch am Morgen danach am gleichen Platz vorzufinden war. Die Nacht selbst war nicht so ruhig, weil gegenüber des Kanals eine vielbefahrene Straße war.

Nach einem von mir zubereiteten ausreichenden Frühstück (frisch geschnittener Obstsalat mit Joghurt, Brot, Butter, Marmelade, Rührei mit Speck und Zwiebel, Tee und Kaffee) ging die Fahrt um 9 Uhr bei perfekten Spätsommerwetter weiter (ab 9 Uhr sind die Schleusen wieder betriebsbereit). 

Zuerst geht es am Fluss Saar stromaufwärts, man umfährt ein paar Kraftwerke bis man schließlich nur mehr am Kanal weiter fährt, die Saar selbst noch in Sichtweite aber nicht mehr schiffbar.

Bei der Einschulung ist uns gesagt worden, nicht zu nahe an die Schleusen heranzufahren, wenn das Wasser ausströmt und das Tor sich öffnet, aber nicht warum, so probierten wir es einmal aus, etwas näher an die Schleuse heranzufahren - das Ergebnis war eine 180-Grad-Drehung des Bootes.

Wunderschön war die Durchfahrt von Sarreguemines, durch das viele Sightseeing versäumte ich, mich für die nächste Schleuse anzumelden. Nach einer kurzen Fahrt retour war alles wieder im grünen Bereich und es ging weiter bis zur Mittagspause an einer Wassermühle, die ich vom Kanal ausmachte.

Bei dieser Wassermühle testeten wir auch gleich eine Bergabschleusung, um direkt vor der Mühle an einem Bootsrastplatz das perfekte Foto zu schießen.

Danach ging es durch sehr schöne landwirtschaftlich geprägte Landschaft bis Sarralbe, wo wir nach Schleuse Nr. 20 an einem Bootsrastplatz viel ruhiger nächtigten. Ab 22 Uhr war auf der nahen Straße Ruhe. Erst um 5 Uhr begann wieder der Morgenverkehr. Zum Frühstück gab es vom Bäcker in Sarralbe frische Baguettes. Start in den Donnerstag um halb 10 Uhr bei blauem Himmel.

Gleich nach der Schleuse Nr. 19 befährt man ein kleines Highlight: eine Kanalbrücke. Zwischen Schleuse 18 und 17 machten wir Pause zum Wassernehmen an einem Bootsrastplatz mit Wasser und Stromautomaten. Für 1 Euro bekommt man 15 min lang Trinkwasser.

Kurvig ging der Kanal weiter bis Mittersheim. Mittagspause machten wir zwischen 2 Schleusen. Wir fuhren bis 19 Uhr und sind bis zur Schleuse Nr. 3 gefahren, wo wir eine absolut ruhige Nacht ohne irgend ein Geräusch verbrachten.

Während ich Frühstück zubereitete, heizte ich mit der Bordheizung (Truma Luftheizung) das Boot auf angenehme 23 Grad, sodass es meine Frau und meine Tochter zum Frühstück angenehm warm hatten.

Um 9 Uhr ging es weiter bis zur Schleuse Nr. 1, wo wieder ein netter Schleusenwärter die Fernbedienung entgegennahm. Von nun an ging es schleusenfrei bis zum Schrägaufzug von Arzviller.

Eine sehr wasserreiche Gegend lag vor uns, stellenweise sah man vom Boot aus links und rechts Seen, einfach toll, der Kanal führt mitten durch.

Um 11 Uhr erreichten wir die Kanalkreuzung, wo wir auf den Marne-Rhin-Kanal links weiterfuhren, durch liebliche Dörfer bis Hesse zur Basis von Le Boat. Von 12 bis 14 Uhr machten wir Mittagspause. Wir kontrollierten auch, ob unser Fahrzeug wohlbehalten von Saarbrücken bis Hesse überstellt worden ist. In der Rezeption erhielt ich auch gleich die Fahrzeugschlüssel und Papiere. Es wurde uns erklärt wo wir im Hafen nächtigen konnten und wie lange die Toiletten und Duschen offen sind. Es machte für uns alle einen sehr professionellen Eindruck und alle Mitarbeiter waren besonders freundlich, auch ein Techniker, der am Boot uns noch 2 Sachen erklärte.

Am Nachmittag fuhren wir zum leider gesperrten Schrägaufzug von Arzviller. Vorher passierten wir noch 2 Tunnels per Boot, was wiederum ein Highlight für uns war. Den Schrägaufzug besichtigten wir zu Fuß.

Als es dann wieder retour ging, hatten wir eine kurze Wartezeit vor dem über 2 km langen Tunnel. Diese Zeit nützten wir, um die alten Schleusen und Schleusenwärterhäuschen zu besichtigen. Um halb 8 Uhr abends waren wir wieder zurück im Hafen von Le Boat in Hesse, wo wir gleich den Landstrom anschlossen und eine kleine Party am Boot veranstalteten.

Wir verbrachten wieder eine sehr ruhige Nacht, bisher merkten wir gar nicht, das wir auf einem Boot nächtigten, der Kanal ist so ruhig, es gibt keinen Wellenschlag.

Sonntag Morgen begann unsere Fahrt um halb 10 in Richtung Nancy. 2 Stunden später erreichten wir die erste Schleuse, und die war gleich ein Highlight in der höchsten Schleuse von Frankreich geht es 15,7 m abwärts. Diese Großschleuse ersetzt  6 Schleusen, die wir während der Wartezeit besichtigten.

Gleich nach der Schleuse machten wir Mittagspause und fuhren danach durch eine landschaftlich tolle Gegend bis Lagarde. Am Saarkanal waren wir bei allen 31 Schleusen alleine, hier am Marne-Rhin-Kanal waren wir bei jeder Schleuse zu dritt.

Wir konnten uns auch gleich vom vorzüglichen Service der mobilen Schleusenwärter überzeugen. Am Weg nach Lagarge machten uns gleich 2 Schleusen Probleme. Spätestens nach 30 min waren diesr Probleme behoben und wir wieder unterwegs.

Die Nacht an der Schleuse Nr. 12 war wieder sehr ruhig.

Montags ging es um 9 Uhr wieder weiter. Wir sind bis zur Schleuse Nr. 19 kurz nach Einville au Jard gefahren, haben dann gewendet und sind wieder retour bis nach Lagarde, wo wir wieder an der Schleuse Nr. 12 nächtigten. Nach einer weiteren ruhigen Nacht brach unser letzter Tag am Kanal an und es ging weiter Richtung Hesse. Nach der tiefen Schleuse von Rechicourt machten wir an einem wunderbar schattigen Bootsrastplatz Mittagspause.

Um halb 5 Nachmittags erreichten wir schließlich unseren Heimathafen Hesse, wo wir unsere letzte Nacht an Bord verbrachten.

Mittwoch um 9 Uhr übergaben wir mit Bedauern unser Boot Cirrus, das uns 1 Woche ein treuer Begleiter war.

Es war ein sehr erholsamer Urlaub mit Suchtfaktor und Wiederholungs-Gefahr.

Unser nächster Hausbooturlaub wird uns nach Holland führen, wo wir auch eine Cirrus mieten können. Dieses Boot hat es uns sehr angetan.

Abschließend möchte ich mich noch beim Team von Hausboot Böckl für das Buch "Mit dem Hausboot durch Elsaß" bedanken. Es gab uns wertvolle Tipps, und nach der Bootsübergabe fuhren wir mit dem Auto nach Graufthal zu den Felsenwohnungen, nach Lutzelbourg inkl. Ruine, nach Saverne wo wir einem weiteren Tipp aus dem Buch nachkamen und im "Kebab-Laden Izmir" sehr gut zu Mittag aßen. Am Nachmittag besuchten wir noch die Walddampfeisenbahn von Abreschviller, die nur wenige Kilometer von Hesse entfernt liegt. Diese Bahn fährt Mittwochs, was bei einer Museumsbahn sehr selten ist.

Herwig Ruthardt

 

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