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Reiseberichte von Hausboot-Urlaubern

 

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Mit dem Hausboot
zum 8. Mal auf der Themse

 

Es gibt sicher nicht viele Menschen, die mit dem Hausboot gleich achtmal auf der Themse unterwegs waren. Vielleicht ist es sogar ein Rekord, den Dr. Heribert Raidl, ein lieber Stammkunde von uns, aufgestellt hat. Jedenfalls können wir alle von seiner enormen Erfahrung und von seinem Wissen profitieren. Daher haben wir ihn kontaktiert, mit der Bitte um einen Bericht. Und hier ist er, sehr persönlich gehalten und sehr informativ (DANKE!).


Liebe Frau Angelika!

Es gehört offenbar schon zur Routine, dass Sie alljährlich von mir einen Fahrtbericht über eine Hausbootreise auf der Themse erhalten.
Nun sind wir leider schon wieder zurück von einer schönen Reise auf der Themse. Meine Frau und ich, wir sind heuer tatsächlich schon das achte Mal auf der Themse gefahren, und dabei die letzten fünf Jahre immer von Datchet aus.
Da wir auch heuer vorher eine Rundreise mit einem Leihauto durch Südengland gemacht hatten, blieb für die Themse nur mehr eine Woche Zeit. Nach meinem Dafürhalten sollte man aber immer zwei Wochen für eine Hausbootreise veranschlagen. Fast eine Woche braucht man, bis man das Boot gut kennt und beherrscht.

Wir hatten heuer als dritte Person meine in London lebende Cousine an Bord und wollten ihr in dieser einen Woche zumindest die schönsten Plätze oberhalb Windsors an der Themse zeigen. Dazu kennen wir ein schon einmal erprobtes Programm:


a) Flußaufwärts von Datchet rasch bis Pangbourne (oder Goring):

Samstag nachmittags nach der Bootsübernahme bis Windsor, Sonntag bis Henley,
Montag bis Pangbourne (man könnte sogar noch bis Goring fahren, in Pangbourne gibt es aber mehr mooringplaces). Dabei lernt man Windsor mit Eton, Henley und Pangbourne mit Whitchurch kennen. Versorgungsmöglichkeiten mit Lebensmitteln: mit Hilfe der Grocery Order Form durch Kris Cruisers in Datchet (zweckmäßig die schwereren Sachen wie Mineralwasser), aus einem Supermarkt (Waitrose) in Windsor, in Reading aus einem Supermarkt (Tesco) nahe der Themse und in Pangbourne wiederum aus einem Supermarkt (Somerfield?).
Natürlich gibt es auch in Marlow und Henley Einkaufsmöglichkeiten, jedoch nicht so günstig gelegen wie die zuvor angeführten. Keine Versorgungsmöglichkeit gibt es in Cookham!

b) Mit dem Zug am Dienstag von Pangbourne nach Oxford und zurück.
Eine halbe Stunde Fahrzeit; die Züge verkehren im Halbstundentakt, ein Cheap Day Return Ticket kostete 2007 8,10 Pfund.
Man hat wirklich einen ganzen langen Tag Zeit für diese schöne Stadt.
Bei einer Rundfahrt mit dem Guide Friday (die Busse fahren direkt vom Bahnhof weg; Karte von einer allfälligen Rundfahrt in Windsor aufheben; man erhält dadurch 10 % Ermäßigung) hat man die Möglichkeit, einen raschen Überblick zu erhalten und dann von Station zu Station zu Fuß oder wieder mit dem Rundfahrtbus zu gelangen. Man sollte sich unbedingt ein paar Colleges – auf jeden Fall das Christ Church College – ansehen, durch den Covered Market und über die Cornmarket Street bummeln. Wir beenden zumeist einen eintägigen Oxfordaufenthalt mit dem Besuch des Evensongs um 18.00 Uhr in der Christ Church Cathedral.

c) Flußabwärts kann man sich nun drei ganze Tage Zeit lassen und das Themsetal mit jenen Städtchen und Dörfchen erkunden, an denen man bei der Bergfahrt vorbeigefahren ist:
z. Bsp. Whitchurch mit der Victorian iron bridge, an der von den Autos noch immer Maut eingehoben wird, Sonning (schöne 11-bögige Ziegelbrücke), das reizende Dörfchen Hambleden, Marlow, Cookham und fast als "Muß" Cliveden. Und natürlich geht sich ein nochmaliger Besuch in Windsor aus.
Auf diese Weise ist man am Freitag abends wieder in Datchet, hat Zeit für das leider wieder notwendige Packen, läßt im nahen Pub bei einem real Ale die Reise ausklingen und kann am Samstag das Boot rechtzeitig zurückgeben.
Sowohl bei der Berg- als auch bei der Talfahrt gibt es täglich an einer Schleuse die Möglichkeit, den Wassertank aufzufüllen. Ein pumpout ist bei einer einwöchigen Tour nicht notwendig.

Wir trafen am Bootsrückgabetag (9. 6. 2007) in Datchet zwei Ehepaare aus Loosdorf, die in einer Woche mit der "Lady Natalie" von Datchet nach Oxford und zurück gefahren sind. Sie hatten daher nur einen halben Tag Zeit für einen Rundgang in Oxford, konnten sich auch die schöne Umgebung der Themse nicht näher ansehen und hatten z. Bsp. keine Ahnung von Cliveden. Sie verbrachten nach ihrer Aussage aber in Reading sehr viel Zeit mit der Suche nach einem Supermarkt, da sie nicht informiert waren, dass sich gerade in dieser Stadt ein Tesco-Markt direkt an der Themse mit eigenem Anlegesteg befindet.

Aber nun zu den konkreten Fragen:

1.) Die Einstufung der Vorbereitung durch Hausboot Böckl überlasse ich Ihnen; sie wurde mit bewährter Routine zu unserer vollsten Zufriedenheit abgewickelt.

2.) Die Erklärung des Bootes erfolgte dieses Mal durch den sehr freundlichen Matt (?). Da wir die Lady Alexandra bereits einmal gechartert hatten, war die Einweisung entsprechend rasch. Auf die Probefahrt wurde verzichtet.

3.) Die Ausstattung des Bootes entsprach ganz den Erwartungen und auch Erinnerungen vom letzten Mal.

4.) Die typisch englische Freundlichkeit und Betreuung durch alle an der Basis wird auch in Momenten der Hektik, etwa wenn gleichzeitig drei Boote zurückkehren, nicht im geringsten eingeschränkt.
Als große Aufmerksamkeit vor allem für Charterer, die nicht mit dem Auto anreisen, betrachte ich die Möglichkeit zur Vorbestellung von Lebensmitteln, die sich dann bei der Ankunft bereits an Bord befinden.

5.) Wir haben nur Pubs und keine Restaurants besucht:
Hervorheben möchte ich das "King's Arms" in Oxford, "The Angel" in Henley direkt an der Themse, besonders das "The Stag and the Huntsman" in Hambleden und das "Horse & Groom" in Windsor am Castle Hill. In all diesen Pubs erhält man auch tadelloses Essen um ca. 8 Pfund. Sehr preisgünstig ist übrigens auch der Tea-Shop der Royal Farm in Windsor, den man im Zuge einer Rundfahrt mit dem Guide Friday besuchen kann.

6.) Die Schönheit bzw. der Reiz der Anlegeplätze hängt von vielen Momenten ab und ist sicherlich nur subjektiv zu beurteilen.
Z. Bsp. leiden die schönsten Anlegeplätze im Bereich von Windsor von dem Lärm der im nahen Heathrow startenden und landenden Flugzeuge; eine der Flugschneisen führt gerade über das Schloss.

Ich möchte hier günstige Anlegeplätze zwischen Datchet und Pangbourne anführen, wie wir sie auf dieser Reise angetroffen und z. T. auch benützt haben bzw. schon von früheren Reisen kennen:

Windsor bzw. Eton:
- Mooring an der Südseite (Windsor) ist mit Ringen an einem befestigten Ufer möglich.
Besserer und kürzerer Zugang zur Stadt Windsor. Gebühr, die man bei irgendeinem Schalter zahlen soll (5 Pfund).
- Mooring an der Nordseite (Eton) ist nur mit Nägeln an einer großen Wiese möglich.
Zugang nach Windsor etwas weiter und bei nassem Wetter auch ungünstiger. Jedoch prachtvoller Blick auf das abendlich beleuchtete Windsor Castle. Gebühr (5 Pfund) wird abends einkassiert.
Mooringplace der Environment Agency (gratis für 24 Stunden) oberhalb der Boveney Lock. Mole mit Ringen. Fluglärm, sonst angenehm und ruhig.
Anlegeplätze unterhalb Cliveden House (National Trust); keine Ringe bzw. Poller.
Romantische Nischen zwischen und unter Bäumen auf der Cliveden Seite der Themse bzw. auf den kleinen Inseln. Um ca. 9.00 Uhr kommt der Kassier des N.T. mit einem Boot und kassiert 6 Pfund! Der Betrag ist hoch, da nämlich für das Anlegen nichts vorgesehen ist. Man muß es eben als Eintrittsgebühr betrachten.
Ein Besuch von Cliveden House und Gärten ist nahezu Pflicht.

Cookham:
Mooringplace mit Ringen oberhalb der Cookham Bridge (Gebühr wird am Abend eingehoben; derz. 5 Pfund).
Reizender Ort, aber keine Versorgungsmöglichkeit mit Lebensmitteln. Wenn dieser Platz überfüllt ist, gibt es ca. 300 m oberhalb des Cookham Sailing Clubs einen weiteren ruhigen Mooringplace (Kennzeichen ist ein alleinstehender großer Baum), für die allerdings auch die gleiche mooringfee eingehoben wird. Am Abend und Morgen gibt es ein heiteres Hundetreiben, da scheinbar alle Hunde von Cookham in diese Gegend "äußerln" geführt werden und neben diesem Baum mit Vorliebe ins Wasser springen.


Marlow:

- Mooringplace der Environment Agency. Mole mit Ringen unterhalb der Marlow Lock (gratis für 24 Stunden). Lärm von nahegelegener Autostraßenbrücke.
- Mooringplace oberhalb der Marlow Bridge (Gebühr), schönerer Zugang zum Ort.
- Mooringplace am rechten Themseufer oberhalb der Hambleden Lock. Pflöcke vorhanden, befestigtes Ufer, vereinzelt Wasserhähne, ruhige Lage mit Blick auf gegenüberliegendes Hotel in schöner Gartenanlage. Spätestens um ca. 21 Uhr kommt der Bauer
und kassiert (derz. 6 Pfund).
Von hier aus kann man über das lange schräg angelegte Wehr einen wirklich lohnenden Spaziergang nach dem reizenden Dorf Hambleden machen (s. auch Nicholson, Guide to the River Thames, 19915, p.94/95).


Henley:
Mooringplaces an beiden Ufern. Mooringfee derzeit 6 Pfund.
Einige Wochen vor, während und einige Zeit nach der Royal Regatta nur eingeschränkte Mooringmöglichkeiten und gleichzeitig stärkerer Andrang von Booten.
Am rechten Ufer kann man bis nahe unterhalb der Henley Bridge mooren und hat einen kurzen Zugang zur Stadt (und zum "Angel").
Am linken Ufer kann man etwas oberhalb und weiter unterhalb der Stadt mooren; längerer Zugang zur Stadt.


Wargrave Marsh (oberhalb der Marsh Lock; lt. Nicholson Guide Lashbrook Eyot):
Einsamer Mooringplace der Environment Agency (gratis für 24 Stunden). Pflöcke, befestigtes Ufer, ruhige Lage, Ausblick auf schöne Villen gegenüber. Das nächste Pub (St. George & Dragon in Wargrave) ist nach einem schönem Spaziergang durch die Willow Lane und einem anschließenden kurzen "Straßenhatscher" auf stark befahrener Straße erreichbar.


Sonning:
- Mooringplace unterhalb der Sonning Bridge. Von Hotel für 24 Stunden gratis zur Verfügung gestellt.
- Mooringplace der Environment Agency (gratis für 24 Stunden) oberhalb der Sonning Lock. "Villa Brennnessel"; mooring nur mit Nägeln. Wegen Readingnähe stark frequentierter towpath (Radfahrer, Jogger etc.).Zugang von beiden Anlegeplätzen zum reizenden Dorf ungefähr gleich weit.

Reading (kurz oberhalb der Einmündung der Kennet and Avon Navigation):
Mooringplace der Supermarktkette Tesco. Frei für 24 Stunden. Befestigtes Ufer, Ringe. Günstigste Einkaufsmöglichkeit an der Themse oberhalb von Datchet. Manchmal von langzeitparkenden narrowboats belegt.


Pangbourne/Whitchurch:
Mooringplace entlang der Pangbourne Meadow des National Trust. Gratis; vereinzelt Pflöcke. Einer der schönsten und ruhigsten Anlegeplätze an der Themse.

Goring:
Mooringplace der Environment Agency(gratis für 24 Stunden) unterhalb der Goring Lock. Mole mit Pollern. Zugang zu den schönen Orten Goring und Streatley.

Es gibt zwischen Datchet und Pangbourne noch eine Menge von uns eher nicht benützter Anlegeplätze. Die Bauern haben diese neue Einkommensmöglichkeit erkannt und nützen sie auch aus. Zumeist wird neben dem Ufer ein Streifen Gras abgemäht; an Bäumen und Pfählen wird mit Tafeln auf die Anlegegebühr hingewiesen (derzeit zumeist 4 bis 5 Pfund); kassiert wird in den Abendstunden.

7.) Der schönste Ort:
Windsor und Oxford überstrahlen natürlich alles. Immer lohnend ist von Oxford aus ein Busausflug nach Blenheim Palace; man sollte aber nicht beim Haupteingang des Schlosses aussteigen, sondern bis nach Woodstock fahren und erst von dort zum Schloß wandern, der Blick ist wesentlich schöner.
Wanderungen von den geeigneten Anlegeplätzen sind empfehlenswert nach Dorchester oder eine"Bergtour" auf die Wittenham Clumps mit Resten aus der Eisenzeit (beides von der Day's Lock), ebenso wie die schon erwähnte Wanderung nach dem Dörfchen Hambleden (Hambleden Lock). Nahezu ein Muß ist der Aufstieg zum Cliveden House und den schönen Gärten.

8.) Unsere schönsten Erlebnisse:
Eigentlich war die ganze Fahrt ein einziges schönes Erlebnis. Wir erlebten Altbekanntes aus einem neuen Blickwinkel, Neues und bisher noch nicht gekanntes; wir beobachteten Veränderungen im Bezug auf frühere Fahrten und freuten uns, wenn wir Bekanntes unverändert und vertraut vorfanden.


Etliche Bemerkungen aus diesem Erfahrungsbericht kennen Sie bereits aus den letzten Jahren. Die Vorteile einer Charter bei Kris Cruisers habe ich bereits in einem früheren Erfahrungsbericht dargelegt.
Ein 10-jähriges Charterjubiläum bei Kris Cruisers geht sich altersmäßig nicht mehr aus, aber weitere Fahrten von dieser Basis aus sind nicht auszuschließen.
Dieser Bericht war übrigens keine lästige Arbeit, sondern ein Baden in der Erinnerung.


Mit freundlichen Grüßen
Reg. Rat Mag. Dr. Heribert Raidl
3500 Krems an der Donau (Österreich)

 

 

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