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Die Tunnel-Tour in der Picardie

 

Ausgangspunkt der Reise: Cappy
Fahrtdauer: 29. 8. bis 19. 9.

Diese Rundreise haben wir, den Empfehlungen von Hausboot Böckl folgend, im umgekehrten Uhrzeigersinn gemacht (Cappy-Noyon-Chauny-Cambr ai-Cappy). Die (ebenfalls empfohlenen) Abzweigungen nach Compiègne bzw. auf den Canal de l‘Oise à l‘Aisne haben wir deswegen nicht befahren, weil befürchteten, dass es durch diese „Umwege“ zu knapp werden könnte; es war ja unsere erste Rundreise und wir lieben es nicht uns gehetzt zu fühlen. Tasächlich waren wir dann vier Tage zu früh zurück in Cappy: Nicht zuletzt auch deswegen, weil wir – wieder den wertvollen Empfehlungen von Hausboot Böckl folgend – getrachtet haben den Canal du Nord möglichst schnell hinter uns zu bringen. 
Mit dem Sprit gab‘s keine Probleme: Zwar wird der Normverbrauch für die Pénichette 935 R von Locaboat mit 3,2 Liter angegeben, wir fahren aber nur ganz selten „volle Pulle“ und konnten unseren Verbrauch unter 1,5 Liter halten. Da wäre bei einem Tankvolumen von 220 Liter und einer Fahrzeit von etwa 60 Stunden natürlich keine Notwendigkeit zum Nachtanken gewesen.

 

Tankstelle in Cambrai
Wir haben aber trotzdem getankt, und zwar deswegen, weil ein „Peilen“ des Spritstandes (wir hatten dafür, wie auch schon bei früheren Reisen, einen geeigneten Ast zurechtgeschnitzt) nicht möglich war. Um nämlich Spritdiebstähle zu verhindern (die laut Basismanager tatsächlich vorgekommen sind) ist der Einfüllstutzen seit Neuestem mit einem Kunststoffgitter gesichert.
Getankt haben wir übrigens in Cambrai, und zwar gibt es im Stadthafen („Port de Cambrai – Cantimpré“) eine Zapfsäule, gleich bei der Einfahrt links, die vom Hafenkapitän betreut wird. Allerdings ist der Schlauch mit nur etwa 3 Meter extrem kurz, d. h. man muss sicherstellen, dass sich der Einfüllstutzen am Boot an der Landseite befindet.
Mit dem Frischwasser gab‘s bei uns noch nie ein Problem und auch diesmal sind wir gut zurechtgekommen. Bei einem Tankinhalt von 430 Liter kommt man auch bei täglichem Duschen locker drei bis vier Tage aus. Allerdings waschen wir keine Wäsche . . .
Auch was das Einkaufen anlangt haben wir keine unerwarteten Probleme gehabt. Natürlich gibt‘s nicht jeden Tag frische Croissants (und die lokale Bezirkszeitung), aber doch in der Mehrzahl der Fälle. Und auch die sonstige Lebensmittelversorgung war durchaus zufriedenstellend.

Hausboot-Reisen mit Hausboot Böckl; Canal du Nord
Romantische Beschilderung für einen Schiffshighway

 

Veraltete Karten
Das Kartenmaterial von Navicarte, Hausboot Böckl hatte auch das erwähnt, ist nicht wirklich auf dem aktuellen Stand. So waren z. B. viele Brücken, denen man aber auch ansah, dass sie mehr oder weniger neu waren, nicht eingezeichnet.
Und noch ein Beispiel: Auf dem Canal de St.-Quentin zwischen den Schleusen Marcoing 5 und Talma 4 gibt‘s linker Hand eine nicht eingezeichnete Einfahrt zu einem nicht eingezeichneten kleinen Becken (etwa 80 x 17 Meter), wo man sehr ruhig liegt. Es ist allerdings der Rand betoniert (also keine Möglichkeit Nägel einzuschlagen) und es gibt nur wenige Poller. Auf Google Earth kann man das Becken sehr gut sehen: 50°07‘26,24“N, 3°10‘57,27E. In der Navicarte 24 (Seite 49) kommt dieses Becken, das nicht wirklich neu aussieht, schlicht nicht vor . . .

Frankreich: Tunnel-Tour in der Picardie; Hausboot Böckl
Ein laut Navikarte nicht vorhandener Liegeplatz
– wuuuunderschön . . .

Mit dem ‚Wash‘ (das ist die Bugwelle) der vorbeifahrenden Pénichen hatten wir übrigens keine Probleme. Wir haben allerdings nie an Nägeln gehangen, wenn uns Pénichen passiert haben, sondern immer an Pollern. Die Bewegungen der Pénichette waren aber beim Passieren von Pénichen durchaus moderat, wir waren auf Schlimmeres vorbereitet. Vielleicht liegt‘s am Bootstyp . . . ?

Hausboot-Urlaub bei Hausboot Böckl buchen: Picardie
Wir machen an Pollern fest, und haben keine
Probleme mit der Bugwelle

 

Zu früh zurück
Wir waren dann vier Tage zu früh zurück in Cappy und hatten geplant, diese Tage für die Fahrt nach Amiens zu verwenden. Es war aber in den nächsten Tagen so windig, dass wir uns entschlossen haben, den Ausflug mit dem Auto zu unternehmen. Wind und viele Schleusen, das ist nichts für mich . . .
Und wir haben auch noch Arras und Peronne mit dem Auto besucht. Das Museum „Historial de la Grande Guerre 14–18“ in Peronne ist wirklich einen Besuch Wert: Eine hervorragend gemachte Ausstellung, enorm interessant und durchgehend dreisprachig. Und – zu unserer nicht geringen Verwunderung – mit Deutsch als erster Sprache.


Der letzte Flug des „Roten Barons“
Sehr beeindruckt haben uns auch die vielen, vielen Soldatenfriedhöfe und Kriegsdenkmäler im Land, alle in überaus gepflegtem Zustand. Man ist versucht zu sagen: Wie neu! Und doch sind alle diese Anlagen mindestens 80 Jahre alt . . .
Wir hatten vorbereitend einiges über die Sommeschlachten des Ersten Weltkrieges gelesen; es ist unfaßbar was das für ein Morden war, von der Sinnlosigkeit ganz zu schweigen . . .

Die Tunnel-Tour in der Picardie; Hausboot Böckl
Soldatenfriedhof, einer von sehr vielen . . .

Interessant ist, dass der berühmte Freiherr von Richthofen, der „rote Baron“, zu seinem letzten Flug von einem Feldflugplatz bei Cappy gestartet ist. Bei der Verfolgung eines englischen Flugzeuges flog er zu weit ins feindliche Gebiet und wurde vom Boden aus abgeschossen.
Die unterirdischen Gänge in Arras hätten wir uns gerne angesehen, leider wäre das erst nachmittags möglich gewesen und wir waren schon um etwa  10:00 Uhr dort.
Besonders beeindruckt waren wir natürlich von Amiens, wo einem angesichts der dortigen Kathedrale der Stephansdom in Wien eher klein vorkommt. Und auch die Altstadt von Amiens hat auch ein gewisses Flair . . .

 

Der Canal du Nord – eine Herausforderung
Das ist wirklich ein Erlebnis, das wir aber nicht unbedingt noch einmal machen müssen. Gleich in der ersten Schleuse Palluel 1 – wir waren allein – hat es uns hin- und hergebeutelt.  Die Schleuse  hat einen Hub von 6,2 Meter und es gibt, ausser den Leitern, keine Möglichkeit festzumachen. Und die Befüllung der Schleusenkammer ist mit starken Vewirbelungen und Strömungen verbunden.
Meine Frau hat eine Leine allein gehandhabt (während ich versucht habe mit dem Motor hilfreich zu sein) und auf der Leiter immer wieder umgehängt, aber sie hatte die allergrößten Probleme. Ab der zweiten Schleuse haben wir zu zweit mit beiden Leinen gewerkt, dann ging‘s etwas besser, aber Vergnügen war es keines.
Wir waren allerdings bis nach der Scheitelhaltung immer allein in den Schleusen. Bei der ersten Schleuse abwärts (Moislains 8) waren wir dann gezwungen, zu übernachten, der Schleusenwärter machte Feierabend. Wir haben natürlich gedacht, dass wir auch die weitere Fahrt am nächsten Morgen allein machen würden, weil wir davon ausgegangen sind, dass hinter uns keine Schiffe mehr kommen würden. Das war allerdings ein Irrtum und am nächsten Morgen lagen sechs Pénichen in dem Becken.

Der Grund: Der nördliche Teil des Canal du Nord hat andere (längere) Betriebszeiten als der südliche Teil. Da scheinen sich gewerkschaftliche Machtansprüche gegen eine optimale Verkehrssteuerung durchgesetzt zu haben . . .

Mit dem Hausboot die Picardie bereisen; Hausboot Böckl
Grössenvergleich Peniche zu Penichette

Natürlich haben wir nächsten Tag die Pénichen zuerst fahren lassen und konnten so erst gegen Mittag unsere Fahrt fortsetzen. Dabei haben wir auch gelernt, niemals zu nahe hinter einer Péniche aus einer Schleuse heraus zu fahren. Denn beim Verlassen der Schleuse macht die Schraube der Péniche im Zuge der Beschleunigung doch ganze ordentliche Verwirbelungen, die eine langsam fahrende und daher schwer zu steuernde Pénichette in große Schwierigkeiten bringen können.

 

Der Tunnel von Riqueval
Es war natürlich auch einigermaßen aufregend von einem Elektroboot mit Oberleitung (!), das sich an einer am Grunde des Kanals liegenden Kette entlangzieht, geschleppt zu werden. Es wurden drei Fahrzeuge durchgezogen, eine Péniche, dann wir, und hinter uns ein belgisches Privatboot.

Hausboote chartern bei Hausboot Böckl: Frankreich, Picardie
Im Schlepptau durch den Tunnel an der
Scheitelhaltung, Riqueval . . .

Den Belgier hatten wir mit Über-Kreuz-Leinen verbunden, weil die Pénichette achtern keine mittige Möglichkeit zum Belegen hat. Der Steuermann des belgischen Bootes hat in der Folge seinen Steuerstand verlassen, ich glaube, er hat im Salon gelesen, und es lag an mir, die Bewegungen meines und seines Bootes durch ununterbrochene Lenkmanöver auszugleichen, zwei Stunden lang. Manche Leute haben schon Nerven . . .

Robert Haupt, Wien

 

INFO

Tunnel-Tour in der Picardie
Der Tunnel von St.-Quentin ist mit seinen 5,6 km der interessanteste der vier Souterrains, die Sie durchqueren: Dort werden Sie von einem elektrischen Schleppboot in 2 Stunden durchgezogen.
Die wichtigsten Orte: Cappy, Péronne, Noyon, Chauny, St.-Quentin, Cambrai, Arleux.
353 km, 81 automatische Schleusen, 4 Tunnels; 2 oder 3 Wochen.

 

>>> Karte, Fotos und weitere Informationen über die Themse . . .

 

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