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Schleusenmanöver mit Hausbooten
 
SCHLEUSEN-ANIMATION
Wenn Sie sehen wollen, wie eine Schleuse funktioniert oder wenn Sie Lust auf "Trockentraining" haben: Hier gelangen Sie zu unserem virtuellen Schleusen-Manöver (ca. 700 KB; bei einer langsamen Verbindung kann es zu Verzögerungen in den Funktionsabläufen kommen - bitte um etwas Geduld!)
 
• Schleusenfreie oder schleusenreiche Reviere?
• Annäherung an die Schleuse mit dem Hausboot
• Schleusen mit großem Hub
• Automatische Schleusen
• Bergab schleusen (mit KURZVIDEO)
• Bergauf schleusen (mit KURZVIDEO)

 
Schleusenfreie oder schleusenreiche Reviere?
Je enger ein Tal, je steiler die Berge, je aufregender die Landschaft – desto mehr Schleusen erwarten den Hausbootfahrer. Die einen mögen Schleusen, die anderen vermeiden schleusenreiche Regionen. Geschmäcker sind eben verschieden; wir gehören zu jenen, die es gerne schleusenreich haben. Für uns besteht der Wert des Hausbootfahrens nicht aus der zurückgelegten Strecke, sondern aus den Erlebnissen und Eindrücken, die wir sammeln. Und da ist ein wesentliches Element die Begegnung mit dem Schleusenwärter sowie die in unserem beruflichen Alltag leider viel zu seltene manuelle Betätigung.

Schleusenfahren ist ein wichtiger und interessanter Bereich im Verlauf Ihrer Reise mit Hausbooten (außer Sie haben die Camargue mit ihrer einzigen Schleuse ganz oben bei Beaucaire oder die Norfolk Broads, die ja ganz ohne Schleuse auskommen, gebucht – da entgeht Ihnen dieser Genuss). Teamwork ist das Geheimnis eines jeden guten Schleusenmanövers. Ein Schleusenwärter ist zwar nicht verpflichtet, Ihnen zu helfen, er tut es jedoch immer. Er erwartet allerdings auch, dass Sie eine Seite der Schleuse bedienen, während er sich um die andere kümmert. Und wenn er freundlich ist, sollten Sie ihm auch ein kleines Trinkgeld geben. Mittlerweile gibt es aber auch in Frankreich zahlreiche automatisierte Schleusen, bei denen jede manuelle Arbeit wegfällt.

Ein Schleusenmanöver mit Hausbooten dauert etwa 10 Minuten, die Vorbereitungen (Hineinfahren etc.) je nach Situation 5 bis 10 Minuten. Jede Schleuse kann etwa 2–3 Hausboote aufnehmen, größere Schleusenkammern (z. B. in Holland und am Shannon) schaffen mehr. Die kleinen Schleusen des mittelenglischen Kanalsystems nehmen meist nur ein Hausboot auf).
Wir empfehlen, während des gesamten Schleusenmanövers den Motor laufen zu lassen; einerseits, weil es Vorschrift ist, andererseits, weil man mit sachter Motorhilfe auch die Strömung in der Schleusenkammer ein wenig auffangen kann. In einigen Regionen wird das von den Schleusenwärtern untersagt, weil sie es gerne ruhig haben und sich die Gegend nicht durch Auspuffgase verstinken lassen wollen. Folgen Sie dann bitte deren Anweisungen.
 
Annäherung an die Schleuse mit dem Hausboot
Sind die Schleusentore bei Ihrer Ankunft geschlossen, halten Sie rund 50 bis 100 Meter Abstand und machen Sie, falls Sie es für notwendig halten, am Ufer fest. Wenn gerade ein Hausboot in die Gegenrichtung geschleust wird, warten Sie ab, bis es passiert hat, und fahren dann in die Schleuse ein. Ist kein Hausboot in der Schleuse, kann es notwendig sein, dass jemand von Ihrer Besatzung zum Schleusenwärter geht und ihn informiert, daß Sie passieren wollen. Bei einer manuellen Schleuse hilft man gleich bei der Bedienung mit.
Ist eines der beiden Schleusentore geschlossen und das andere offen, dann zeigt dies an, dass der Schleusenwärter Mittagspause macht. Es hat dann keinen Sinn, ihn zu stören – in der Regel wird er darauf nur verärgert reagieren (was sich in einer deutlich verlängerten Wartezeit für Sie auswirkt).
 
Schleusen mit großem Hub
Speziell in Frankreich kann Ihnen gelegentlich eine Schleuse mit großem Hub (5 Meter oder mehr) unterkommen. Sie finden in diesem Fall Schwimmpoller in der Wand eingelassen; daran machen Sie Ihr Hausboot fest. Die Poller heben und senken sich mit dem Wasserstand. Andere Schleusen wiederum haben Eisenstangen in der Wand, an denen Ihre Leine hinauf- und hinuntergleiten kann. Und schließlich gibt es Schleusen mit fixen Pollern in der Wand, die in einem Abstand von rund einem Meter übereinander angeordnet sind. Sie müssen dann je nach Wasserstand die Leinen umhängen.
 
Automatische Schleusen
Automatische Schleusen verfügen über unterschiedlichste Systeme. Deren Erklärung ist (vor allem in schriftlicher Form) wesentlich komplizierter als die Ausführung in der Praxis. Für den Verbindungskanal vom Shannon zum Lough Erne beispielsweise erhalten Sie eine Plastikkarte im Kreditkartenformat, mit der Sie die Schleuse über ein ganz simples „Bildstellpult" selbst in Bewegung setzen können (die einzige Camargue-Schleuse bei Beaucaire hat übrigens ein ganz ähnliches Pult). Wenn Sie einen falschen Knopf (es gibt nur zwei!) drücken, passiert gar nichts. Drücken Sie den richtigen, tut die Schleuse, was sie soll.

Daneben gibt es Systeme, bei denen Hausboote mittels Radar erfasst wird, oder wo Sie ein von einer Brücke hängendes Seil ziehen oder verdrehen müssen. Eine Ampel neben der Schleuse zeigt mit einem kleinen gelben Licht an, daß Sie erfaßt wurden. Zeigt die Ampel Rot-Grün, wird die Schleuse für Sie vorbereitet, bei Grün dürfen Sie in die Schleusenkammer einfahren. Rot bedeutet, daß Sie noch warten müssen (weil vielleicht ein Boot aus der Gegenrichtung Vorrang hat oder gerade geschleust wird).

Welches System auch immer an Ihrer Strecke zum Einsatz kommt (an der Oberen Saône in Frankreich sind es gleich mehrere hintereinander): vor Ort erhalten Sie eine knappe Erklärung, die Sie durch eigenes Ausprobieren problemlos in die Tat umsetzen können (auch wenn sie genauso unverständlich oder abstrakt klingen mag wie das, was wir Ihnen hier vorgesetzt haben). Also: keine Angst, nicht zu viel über die verschiedenen Automatik-Systeme lesen (wir wissen noch sehr gut, wie wir uns lediglich aufgrund der so komplizierten Erklärung vor unserer ersten Automatik-Schleuse regelrecht gefürchtet haben), und munter drauf los!
 
Bergab schleusen (mit KURZVIDEO)
Wenn die Schleuse für Ihr Hausboot bereit ist, steuern Sie es mit Standgas (also ganz langsam) in die Schleusenkammer. Nicht im Leerlauf hineintreiben lassen, da Sie sonst meist keine Ruderwirkung haben. Wenn Ihr Steuerstand eher vorne ist: schauen Sie nach hinten, um zu kontrollieren, ob sich das Heck auch dorthin bewegt, wo Sie den Rest des Bootes haben wollen. Ein ausscherendes Heck bei der Schleusen-Ein- oder Ausfahrt beschert meist einen kaputten Fender oder zumindest einen kräftigen Stoß.
Der „Kapitän" bleibt stets am Steuer (warum ist das bei so vielen Hausbootfahrern eigentlich immer der Mann? Es ist erwiesen, dass Frauen viel besser und gefühlvoller mit den Booten umgehen! Der Tratsch mit dem Schleusenwärter oder mit anderen Bootsfahrern ist das eigentlich Interessante an jeder Schleuse, und das Klettern über nasse Leitern sowie das Kurbeln händischer Schleusen das Anstrengende – „Kavaliere" vor!).

TIP: Wenn man die Leinen vom Hausboot aus hält, spart man sich nach dem Absinken des Wassers das Zurückklettern an Bord.
TIP: Werden die Leinen von zwei Personen gehalten, sollten diese darauf achten, nicht „gegeneinander" zu arbeiten (ein häufiger Anfänger-Fehler: der eine zieht, darauf zieht der andere noch stärker. Und weil sich dadurch das Boot in diese Richtung bewegt, zieht der erste noch stärker . . .).
TIP: Kommen Sie niemals dem oberen Tor zu nahe (2 m Sicherheitsabstand). Beim Absenken könnten Sie sonst das Hausboot an der Schwelle (Betonkante mit einer ähnlichen Funktion wie eine Türschwelle) beschädigen.
 
Bergab schleusen mit Hausbooten: Schritt 1; Hausboot Böckl   Bergab schleusen mit Hausbooten: Schritt 4; Hausboot Böckl  
Bergab schleusen mit Hausbooten: Schritt 2; Hausboot Böckl   Bergab schleusen mit Hausbooten: Schritt 5; Hausboot Böckl  
Bergab schleusen mit Hausbooten: Schritt 3; Hausboot Böckl  

Wie auf unseren Grafiken ersichtlich, muss zumindest ein Crewmitglied die Leinen um den Poller bzw. Eisenring legen. Vorschrift ist meist die Verwendung von zwei Leinen.

ACHTUNG: Die Leinen nicht festbinden oder einklemmen, da sich das Hausboot beim Absenken des Wassers sonst "aufhängt".

 
 
Bergauf schleusen (mit KURZVIDEO)
 
Bergauf schleusen mit Hausbooten: Schritt 1; Hausboot Böckl   Bergauf schleusen mit Hausbooten: Schritt 4; Hausboot Böckl  
Bergauf schleusen mit Hausbooten: Schritt 2; Hausboot Böckl   Bergauf schleusen mit Hausbooten: Schritt 5; Hausboot Böckl  
Bergauf schleusen mit Hausbooten: Schritt 3; Hausboot Böckl  

Bergauf schleusen
Das Verfahren ist fast genauso wie beim Bergabschleusen, nur in umgekehrter Reihenfolge.

TIP: Da Sie bei niedrigerem Niveau in die Kammer einfahren, ist es einfacher, ein Crewmitglied zur Bedienung schon vor der Schleuse aussteigen zu lassen, da die in der Schleusenkammer angebrachte Leiter glitschig sein kann.

 
 
 

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